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Mein Abenteuer Amazonas

Hundert Tage war RIZE-Fotograf York Hovest in Südamerika unterwegs. Der Amazonas, wassereichster Fluss der Erde, führt durch das größte tropische Regenwaldgebiet der Welt, in dem viele Gegenden nahezu unerforscht sind. In ihnen leben nur noch wenige indigene Völker auf ihre traditionelle Art und Weise. Gemeinsam mit Schamanen, Stammesältesten und deren Familien trat York Hovest eine Reise durch das Amazonasbecken an, um die Schönheit des Regenwaldes und seine Bewohner mit der Kamera einzufangen. Dafür schlug er sich mit der Machete einen Pfad durch den Dschungel, paddelte auf unzähligen Flüssen, aß Piranhas und unterzog sich traditionellen Stammesrieten. Nach Tibet hat der Münchener Fotograf sich wieder mit großer Offenheit und Respekt den Menschen genähert, unvergessliche Einblicke in Ihre Lebensweise erhalten und berührende Bilder mitgebracht.

RIZE: York, wie bist du auf das Thema Amazonas gekommen?
York Hovest: Das Thema zur Rettung des Regenwaldes ist so alt wie ich selbst. Ich frage mich bis heute, was die Menschheit dagegen tun wird. Neben den ganzen schrecklichen Ereignissen und Nachrichten, mit denen wir jeden Tag konfrontiert werden, dürfen wir die schon viel länger anhaltenden Probleme zum Klimawandel nicht außer Acht lassen.

Was dürfen wir von diesem Buch erwarten?
„100 Tage Amazonien“ zeigt eine spannende Momentaufnahme isoliert lebender Indigene in Südamerika – Völker, die es so in ein paar Jahren nicht mehr geben wird. Sie sind von aktuellen Problemen wie Sojaanbau, Viehzucht, der Abholzung des Regenwaldes, Gold-und Diamantenminen so wie der Gier nach Rohöl in ihrer Existenz bedroht. Das Buch beschreibt meinen Weg in den Dschungel, und auch die Probleme, mit denen ich zu kämpfen hatte.

Inwiefern hat sich die Expedition von deiner Tibet-Expedition im Jahr 2014 unterschieden?
Von den klimatischen Bedingungen des schwül heißen Klimas des Tropenwaldes bis hin zu der Schwierigkeit, sich in den wohl korruptesten Ländern der Welt so tief in die Expeditionsgebiete vorzuwagen, gibt es noch vieles mehr, was die beiden Projekte voneinander unterscheidet. Aber eines ist sicher: Sowohl physisch als auch psychisch stieß ich erneut an meine absoluten Grenzen – kurz: in Tibet kämpft man mit der Kälte, in Südamerika mit der Hitze… und den Insekten.

Wie hast du dich auf das Projekt vorbereitet?
Die Recherche zu den Problemen der einzelnen Länder und der davon betroffenen Menschen ist das A und O! Man muss genau wissen, auf was
man sich einlässt, wenn man sich weit entfernt von der Zivilisation ins Outback begibt. Dass man keinerlei Berührungsängste mit Tieren jeglicher Größe haben darf, erklärt sich von selbst. Aus der uns bekannten Komfortzone auch für längere Zeit auszutreten, stellt für mich aber kein Problem dar.

Wirst du wieder auf Tour gehen?
Die ersten Vorträge zur Reise halte ich im September auf meiner Photoausstellung für Leica auf der Photokina ab. Kurz darauf erscheint das Buch im Handel und leitet eine Vielzahl von Vorträgen in ganz Deutschland ein. Es wird auch wieder eine Tournee mit National Geographic und Moving Adventures geben.

Arbeitest du schon an einem neuen Projekt?
Ja – und das wird noch extremer als die beiden Ersten. Ich möchte mich den Weltmeeren widmen und darauf aufmerksam machen, wie
sehr dieser größte Teil unseres Planeten durch uns Menschen verschmutzt und zerstört wird. Da dieses Projekt allerdings meine sämtlichen
Möglichkeiten übersteigen wird, suche ich bereits jetzt Sponsoren, die sich vielleicht schon für 2018 mit mir auf dieses Projekt einlassen wollen.