METALLICA

METALLICA

LARS ULRICH

Mit über 150 Millionen verkaufter Alben gehören METALLICA seit Jahrzehnten zu den größten Bands der Welt, längst sind die vier Metaller aus San Francisco in einem Atemzug mit Mega-Acts wie den Rolling Stones, AC/DC und U2 zu nennen.  Metallica-Drummer Lars Ulrich, den wir zum Interview in Köln trafen, gründete die Gruppe zusammen mit Gitarrist/Sänger James Hetfield 1981 in Los Angeles. Ulrich wurde am 26. Dezember 1963 in Gentofte/Dänemark geboren. In seiner Jugend war er ambitionierter Tennisspieler, interessierte sich aber parallel fürs Schlagzeugspielen. 1979 wanderte die Familie nach Newport Beach bei Los Angeles aus. Inspiriert von britischen Bands wie Motörhead und Iron Maiden gründete Ulrich 1981 zusammen mit Gitarrist Hetfield in Los Angeles die Heavy-Metal-Band Metallica. Ihr Debüt “Kill ´Em All“ erschien 1983 und gilt als Geburtsstunde des Thrash Metal. Heute zählen Metallica mit über 150 Millionen verkaufter Tonträger zu den größten Bands der Welt. 2009 wurden sie in die “Rock’n’Roll Hall Of Fame“ aufgenommen. 2013 spielten Metallica als erste Band der Geschichte ein Konzert in der Antarktis. Lars Ulrich hat drei Söhne aus früheren Beziehungen und lebt mit seiner dritten Frau, dem Topmodel Jessica Miller (33) in San Francisco.

Interview: Alex Gernandt
Fotos: Universal Music & Ross Halfin

Mr. Ulrich, ein Flashback in den Sommer 1983: Damals veränderten Sie mit Metallica die Musikwelt, erfanden mit Ihrem Debütalbum “Kill ´Em All“ ein neues Genre, den Thrash Metal. Im Juni 2017 wurden Sie als gebürtiger Däne von Kronprinz Frederik mit dem Dannebrog-Orden geehrt. Hat Sie diese Anerkennung überrascht?

Lars Ulrich: Und wie! Meine Bandkollegen müssen jetzt Sir Lars zu mir sagen (lacht)! Nach so vielen Jahren als Underdog freue ich mich natürlich über diese Anerkennung. Ich bin der einzige Drummer einer Heavy-Metal-Band, dem diese Ehre in Dänemark zuteil wurde.

Wie lief die Verleihung denn ab?

Sie fand in San Francisco statt, wo ich seit 34 Jahren lebe. Kronprinz Frederik nahm dort an einer Wirtschaftskonferenz teil und bei einem Dinner mit CEOs dänischer Firmen wie Lego und Bang & Olufsen wurde ich dann ausgezeichnet – ohne es vorher zu wissen! Der Kronprinz hielt eine Rede und sagte, es sei jemand im Raum, der viel für Dänemark getan habe. Als mir dämmerte, dass er mich meinte, wurde mir angst und bange. Die Überraschung war gelungen. Grammys und Goldene Schallplatten sind klasse, aber ein Orden aus dem Königshaus ist nochmal was anderes.

Sie stammen aus Gentofte, einem Vorort von Kopenhagen. Ihr Vater soll für Sie eine ganz besondere Rolle gespielt haben.

Ich habe das Glück, einen ziemlich coolen Dad zu haben. Er ist jetzt 89 und noch topfit. Früher war er als Tennisprofi erfolgreich, spielte sogar in Wimbledon. Er war aber immer auch an Musik und Kunst interessiert, schrieb eine Jazzkolumne in einer Tageszeitung und führte einen Jazzclub. 1973, ich war noch keine zehn, nahm er mich mit zu einem Konzert von Deep Purple. Da kam ich zum ersten Mal mit hartem Rock in Berührung, die Faszination ließ mich nie wieder los.

Dennoch war Ihnen der Tennisschläger zunächst näher als die Schlagzeugstöcke…

Tennis war meine große Leidenschaft. Ich war ambitioniert. Mit 17 ging ich nach Bradenton, Florida, und besuchte dort die Tennis-Akademie des berühmten Coaches Nick Bollettieri. Nach einem halben Jahr musste ich erkennen, dass acht Stunden Hardcore-Training täglich nicht mein Ding sind und auch, dass mein Talent nicht für die ganz große Karriere ausreichte. Dann wurde ich dort beim Grasrauchen erwischt und bekam richtig Ärger.

Und das war’s dann mit Tennis?

Ja. Ich habe dann im Sommer 1981 einen Trip  nach England gemacht, wo ich als Musikfreak auf den Spuren der “New Wave of British Heavy Metal“ wandelte. In der Nähe von Birmingham besuchte ich meine damalige Lieblingsband Diamond Head und wohnte eine zeitlang bei Sänger Sean Harris und Gitarrist Brian Tatler. Ihre Band hat Metallica, neben Iron Maiden und Motörhead, im Nachhinein am meisten beeinflusst, wir coverten später Diamond-Head-Songs wie “Am I Evil“.

Sie waren ein sehr engagierter Rock-Fan. Stimmt es, dass Sie in Ihrer Jugend mal einen Motörhead-Fanclub geleitet haben?

Stimmt nicht. Ich war nur ein Riesenfan. Das größte war damals, dass ich Lemmy nach einem Motörhead-Konzert in London backstage treffen durfte und dann sogar ins Studio eingeladen wurde, wo die Band am “Iron Fist“-Album arbeitete. Ich war total überrascht, wie freundlich und easygoing Lemmy, Fast Eddie und Philthy Taylor waren. Motörhead hinter den Kulissen zu erleben, inspirierte mich dazu, eine eigene Band gründen zu wollen – Metallica!

Was Sie, mittlerweile mit der Familie nach Los Angeles ausgewandert, dann Anfang der Achtziger in Angriff nahmen!

In Südkalifornien gab es damals jede Menge akurat frisierter Popper in pinken Poloshirts. Ich war einer der wenigen Metal-Freaks mit langen Haaren, ein echter Außenseiter. James Hetfield auch. Das hat uns sofort verbunden. Er lebte im Stadtteil Downey, ich etwas südlich in Newport Beach. Bei ihm in der Garage gründeten wir im Herbst 1981 Metallica. Wir waren blutige Anfänger. Ich spielte Schlagzeug, James sang, Gitarre spielte kurzzeitig ein Jamaikaner namens Lloyd Grant und am Bass war Ron McGovney. Unser erster eigener Song hieß “Hit the Lights“. Lloyd wurde dann durch Dave Mustaine ersetzt. Dave war eine echte Persönlichkeit und deutlich cooler als wir. James war der Frontman, aber bei unseren allerersten Gigs in L.A. noch so schüchtern, dass Gitarrist Dave die Ansagen zwischen den Songs machen musste. Er stellte uns damals überall als seine Musiker vor (schmunzelt). Weil Dave zu oft besoffen und einfach unzuverlässig war, haben wir ihn unmittelbar vor den Aufnahmen zu unserem Debüt “Kill ´Em All“ rausgeworfen und Gitarrist Kirk Hammett von der befreundeten Band Exodus geklaut. 

Dazu stieß Ausnahme-Basser Cliff Burton…

Mit Cliff war das Metallica-Lineup komplett. Er lebte in Castro Valley bei San Francisco und war für einen Gig mit seiner Band Trauma nach L.A. gekommen. Wir waren begeistert von seinem Bass-Spiel und fragten, ob er nicht bei
Metallica spielen wolle. Doch er hatte Null Bock, wegen uns nach Los Angeles zu ziehen, weil die Stadt so einen oberflächlichen Poser-Ruf hatte. Es wimmelte vor Glambands wie Mötley Crüe und Ratt, die Haarspray benutzten und sich Make-Up ins Gesicht schmierten. In unseren Augen machten die Musik nicht aus Überzeugung, sondern nur, um Girls flachzulegen. Das war nicht unser Ding.

Also gingen Sie einen Kompromiss ein und zogen eigens nach San Francisco um, nur um Burton für Metallica zu gewinnen.

So war’s. Cliff war ein Unikum, ein Individualist. Er scherte sich nie um Trends, trug keine Röhrenjeans, sondern hippiemäßige Hosen mit Schlag und hörte Bands wie Lynyrd Skynyrd, Thin Lizzy oder Blue Öyster Cult. Dadurch hat er unseren Horizont erweitert, weil wir reine Metalheads waren.

1986 gelang Ihnen mit dem dritten Album “Master of Puppets“ der weltweite Durchbruch. 2016 wurde das Werk als erstes Metal-Album sogar in die “National Recording Registry of the Library of Congress“ aufgenommen. Eine Ehre, die nur Musik erhält, die als kulturell historisch und ethisch relevant eingestuft wird.

Wer hätte bitte je gedacht, dass es eine Heavy-Metal-Band jemals in die Bibliothek des US-Kongresses schaffen würde? Ich sicher nicht. 

War Ihnen damals gleich bewusst, mit “Master of Puppets“ etwas Besonderes geschaffen zu haben?

Jedes unserer drei Alben war bis dahin eine Weiterentwicklung. Ich glaube, dass wir mit jedem Album gewachsen sind. Wir spürten, dass “Master“ unser bis dato bestes Album geworden ist, wussten aber nicht, ob es sich auch besser verkaufen würde. Unser Ziel bei Metallica war immer, uns zu verbessern und Vergangenes nicht zu wiederholen. Metallica ist eine Band, die mehr an die Zukunft denkt als an die Vergangenheit.

Kein geringerer als Ozzy Osbourne soll Ihnen bei Ihrem Aufstieg geholfen haben. Stimmt das?

Ja. Denn er und seine Frau und Managerin Sharon wählten uns als Vorband seiner US-Tour aus. Ein halbes Jahr tourten wir als Anheizer von Ozzy kreuz und quer durch die Staaten. Allein schon in seiner Nähe zu sein, war Wahnsinn. Nach jeder Show gab es fette Partys mit allem, was dazu gehört. Ozzy erzählte ständig irrwitzige Anekdoten aus seiner Zeit mit Black Sabbath. Wir hatten Spaß wie nie zuvor. Es war übrigens auch das erste Mal, dass wir in großen Arenen aufgetreten sind. Dabei waren wir uns nicht sicher, ob unser Sound in großen Hallen mit 15, 20.000 Zuschauern irgendwo im Mittleren Westen überhaupt funktionieren würde. Ich denke, dass wir damals musikalische Grenzen gesprengt haben mit unserem Sound.

Viele der Songs von “Master of Puppets“, etwa “Disposable Heroes“, “Welcome Home (Sanitarium)“, “Leper Messiah“ oder der Titeltrack, sind heute textlich noch so relevant wie damals…

James’ Texte sind ziemlich politisch, sie handeln von Themen wie Manipulation, Betrug und Abhängigkeit, von Drogensucht, Militärgewalt und anderen dunklen Kräften. All das existiert bis heute. Dieser Umstand macht unsere Songs zeitlos, leider, muss man fast sagen.

Auf dem ersten Höhepunkt Ihres Erfolgs geschah dann die Tragödie: Am 27. September 1986 verunglückten Sie nach einem Konzert in Stockholm mit dem Tourbus, Bassist Cliff Burton überlebte als einziger nicht. Wie gingen Sie mit dieser Situation um?

Auch 31 Jahre danach sprechen James, Kirk und ich noch von dieser fatalen Nacht, die Cliff das Leben gekostet hat. Das ist keineswegs ein  Tabuthema bei uns. Als das Unglück passierte, waren wir alle gerade mal 22, 23 Jahre alt. Das ist kein Alter, in dem du so ein tragisches Erlebnis psychisch richtig verarbeiten kannst. Du bist dir gar nicht bewusst, was da wirklich passiert ist. Die einzige Möglichkeit, die wir hatten, war weiterzumachen – so hart das auch klingen mag. Cliffs Vater Ray, der heute über 90 ist und noch immer gern zu unseren Konzerten kommt, bestärkte uns in dieser Entscheidung. Cliff werden wir nie vergessen. Was er der Band und auch den Fans gegeben hat, ist von unschätzbarem Wert.
Er wird immer Teil des “Metallica-Spirits“ bleiben. 

Bei all dem Erfolg wurden schließlich Alkohol und Drogen wie Kokain zum Problem für Sie. Ist das im Rock-Business vorprogrammiert?

Naja, Drogen gibt es ja nicht nur im Rock’n’Roll. Aber zugegebenermaßen führten wir ein ziemlich verrücktes Leben, als wir Mitte, Ende Zwanzig waren. Überall lauerte die Versuchung, man bekam sie quasi auf dem Silbertablett serviert. Jeder von uns ist anders damit umgegangen. Wenn du dann in deine Dreißiger kommst und die Beziehung zu deiner Freundin ernster wird und man über eigene Kinder nachdenkt, realisierst du, dass sich was ändern muss. Fakt ist, dass wir alle überlebt haben. Unsere Freundschaft war stärker als die Drogen.

Metallica zählen zu den größten Bands der Welt. Trotzdem werden Sie von manchen Fans auch kritisch beäugt. Nervt Sie das?

Nein. Das kennen wir schon seit über 30 Jahren. Kritik muss man aushalten. Als wir 1984 unser zweites Album “Ride the Lightning“ veröffentlichten mit dem Song “Fade to black“, hieß es bei den Hardcore-Metal-Fans: Oh Gott, eine Ballade! Konservativere Metaller warfen uns vor, den Heavy Metal zu verraten. Dasselbe passierte, als wir zu “One“, einem Antikriegslied, 1988 einen Videoclip produzierten. Da hieß es, wir würden uns an MTV verkaufen. James ist damals von einem verärgerten Fan sogar angespuckt worden. Als Band wollen wir frei sein und selbst bestimmen, was wir wie machen. Wir leben in einer Metallica-Blase und fühlen uns wohl darin.  

Sie haben so gut wie alles erlebt: 1991 rockten Sie in Moskau vor knapp einer Million Zuschauern, Sie spielten mit Lemmy, Jimmy Page, Lou Reed, einem großen Orchester, traten in der Antarktis auf und drehten 2013 einen Kinofilm.
Welche Abenteuer gibt es für Sie überhaupt noch?

Die einzige Herausforderung, die uns jetzt noch bleibt, ist gesund zu bleiben – und relevant! In unseren Konzerten sehen wir viele junge Fans, die Metallica zum ersten Mal live erleben. Die Hälfte des Publikums war noch lange nicht geboren, als wir die Band gründeten. Die alle noch zehn oder zwanzig Jahre zu begeistern, ist auch eine Herausforderung. 

Metallica bestimmt Ihr Leben, richtig!?

Ein großes Wort. Es ist jedenfalls die einzige Band, in der ich je gespielt habe und spielen werde, das steht fest! Sollte Metallica eines fernen Tages nicht mehr existieren, gibt es andere künstlerische Dinge, mit denen ich mich beschäftigen kann. Ich habe viele Freunde im Filmbusiness, das ist ein Bereich, der mich interessiert. Außerdem fotografiere ich gern und sammle Kunst. Aber wenn es Metallica nicht mehr gibt, mache ich keine Musik mehr.

Wie würden Sie heute Ihre Beziehung zu Mitgründer James Hetfield bezeichnen?

James ist der Mensch, mit dem ich die letzten 35 Jahre die engste Beziehung gehabt und die meiste Zeit verbracht habe. Er kennt mich besser als irgendein Mensch auf der Welt. Ich liebe ihn wie einen Bruder. Heutzutage zanken wir kaum noch. Das war vor ein paar Jahren ganz anders (lacht). Früher haben wir wegen jeder Kleinigkeit gestritten, erbittert darum gekämpft, eigene Ideen durchzusetzen. Das ist vorbei. Wir sind dann doch irgendwie erwachsener geworden. 

Seit drei Jahrzehnten ist das Metallica-Hauptquartier in San Francisco. Doch “Papa Het“ ist kürzlich mit seiner Familie nach Colorado übersiedelt. Warum?

Ihm passten wohl die Nachbarn in seiner Gegend nicht mehr, sie waren ihm zu versnobbt. Und James ist bei denen mit seiner Leidenschaft für PS-starke Autos und das Jagen angeeckt. Daher der Umzug. Für mich bleibt San Francisco aber die coolste Stadt in den Vereinigten Staaten. Sie steht für die Zukunft, für Ideen und Träume, die man realisieren kann, Stichwort Silicon Valley. Und sie ist in meinen Augen auch die europäischste Stadt Amerikas. Wahrscheinlich fühle ich mich als Europäer deshalb dort so zu Hause.

Ihre Band gleicht längst einem Großunternehmen mit vielen Mitarbeitern und wurde sogar mal als Monster bezeichnet.
Trifft das zu?

Kommt hin. Metallica ist ein Monster, das lebt und atmet, und das wir kontrollieren müssen, ja, bändigen. James, Kirk, Rob und ich steuern diese Maschine. Manchmal gelingt uns das, manchmal geht das Ding mit uns durch und wir können nichts tun, als uns daran festzuhalten und sehen, wohin es treibt (lacht). Metallica ist im übrigen auch ein Medium, das viele Menschen durch Musik miteinander verbindet.

In Ihrer Karriere haben Sie immer wieder Neues probiert, Grenzen ausgetestet. Man denke an den Film “Some Kind of Monster“, in der Sie die Bandtherapie dokumentieren, das experimentelle “Lulu“-Album mit Lou Reed, den Auftritt mit Lady Gaga bei den Grammys, schicke Modefotos für Designer Brioni oder den Napster-Konflikt im Jahr 2000 um kostenlose Downloads von Songs. Bereuen Sie etwas davon?

Jede dieser Entscheidungen haben wir mit den besten Absichten getroffen. Aus diesem Grund stelle ich die Vergangenheit nicht in frage, obwohl wir für manches auch Prügel einstecken mussten. Alles fühlte sich zu seiner Zeit richtig an. Jede kreative Entscheidung war für uns in Ordnung, und ich bin stolz auf das Erreichte. Mit Lou Reed Musik aufzunehmen gehört zu den wertvollsten Erfahrungen meines Lebens. Mit Lady Gaga zu arbeiten war absolut fantastisch, sie ist großartig, ein echter Metalhead. Das einzige, was ich wirklich bereue, ist eine weiße Lederjacke, in der ich in den Neunzigern unterwegs war und ein paar alberne Frisuren aus diesen Tagen (lacht). 

Es gibt Fans, die Sie mittlerweile als “gierige, reiche Rockstars“ bezeichnen. Wie reagieren Sie darauf?

Jeder kann seine Meinung haben, aber dieser Vorwurf trifft auf uns einfach nicht zu. Uns ging es von Beginn an nie um Geld oder Girls. Das ist Fakt. Klar haben wir durch unseren Erfolg eine Menge Geld verdient und sind finanziell unabhängig, was wiederum in gewissem Maße Freiheit bedeutet. Das Gute daran ist, dass wir ganz alleine entscheiden können, was wir machen wollen, niemand kann uns dreinreden. Ein Luxus, den wir uns heute gönnen, ist, dass wir auf Tour alle zwei Wochen ein paar Tage nach Hause fliegen zu unseren Familien. Dass wir alle Kids haben, insgesamt sind es zehn, hat der Band gut getan, denn wir hatten plötzlich ein weiteres gemeinsames Thema neben der Musik. Mit der Zeit, mit dem Alter, verschieben sich die Prioritäten. Die wilden Partyzeiten sind lange vorbei.

Heute sind Sie – wie Ihre Bandkollegen – Familienvater und aktuell verheiratet mit Topmodel Jessica Miller. Sie haben Sie kürzlich in New York abgelichtet. Ist Fotografieren Ihre geheime Leidenschaft?

Ja! Ich liebe nicht nur meine Frau und meine Kinder, sondern auch das Fotografieren (lacht). Die Fotos entstanden für einen guten Zweck, für die Charity-Aktion “Citizens of Humanity“. Wenn Jessicas Modelagentur neue Fotos von ihr braucht, dann schiesse ich die. Dieses Talent muss ich von meiner Mutter geerbt haben. Die war Fotografin und in den Fünfzigern eine der ersten in Dänemark, die mit Farbfilm gearbeitet hat. Ich interessiere mich für alles, was mit Visual Arts zu tun hat und Fotografie ist etwas, das ich nach meiner Zeit mit Metallica noch intensivieren möchte. Aber das kann echt noch dauern. Versprochen!

Metallica Drummer Lars Ulrich mit Rize Chefredakteur Alex Gernandt